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Latex und Matratzen

 

 

Geschichte

Bereits im 11. Jh. gab es in Mittelamerika Arenen für Gummiballspiele, und Kautschuk wurde zum Abdichten von Booten und Gefäßen verwendet. 1493 brachte Christoph Columbus Gummibälle aus Haiti mit.

1736 entdeckten französische Forscher im Amazonasgebiet, dass die Eingeborenen Saft aus dem "weinenden Baum" (cahutschu) gewinnen. 

1830 ließ der amerikanische Chemiker Charles Goodyear versehentlich ein Stück Kautschuk, das mit Schwefel in Berührung gekommen war, auf eine heiße Ofenplatte fallen. Als er die verbrannte Außenschicht abkratzen wollte, fiel ihm das Stück versehentlich aus der Hand, sprang aber elastisch vom Boden wieder hoch. Dies war die Geburtsstunde der Vulkanisation.

1838 erfand der irische Tierarzt J. B. Dunlop die Luftbereifung bei den Fahrrädern und legte damit den Grundstein für die Reifenindustrie. 

Die Latexschaumentwicklung hat ihren Ursprung in den Laboratorien der Firma Dunlop in England. Im Jahre 1928 begründete die englische Dunlop Ltd. mit einem Patent die neue Latexschaum-Industrie. Bereits ein Jahr später wurde die industrielle Fertigung von Latex-Kissen und Form- schäumen aufgenommen. Kurz darauf folgte die industrielle Fertigung von Latex-Matratzen. Der erste größere Auftrag war die Ausstattung des Luxusdampfers 'Queen Mary'.

Rohstoff

Latex ist im ursprünglichen Sinne der Pflanzensaft milchsaftführender Pflanzen wie Salat, Löwenzahn, Gummibaum u. a. Der Begriff wird heute auch für geschäumte Natur- und Synthetik-Latex-Produkte verwandt.

Der Rohstoff für Naturlatex stammt ausschließlich von der Pflanze 'Hevea brasiliensis'. Dies ist eine besondere Art Gummi- oder Kautschukbaum, der auf großen Plantagen in Südamerika, vor allen Dingen aber in Südostasien wächst.

 

Herstellung

Der Großteil des Latex- schaumes (der Matratzen) wird nach dem Dunlop-Verfahren produziert. Dabei wird das Latex durch das mechanische Einschlagen von Luft aufgeschäumt. Es entstehen Millionen von Luftbläschen, die für die spätere Punktelastizität und Atmungsaktivität sorgen. Dieser Vorgang gleicht dem Schlagen von Schlagsahne. Je mehr Luft eingeschlagen wird, desto leichter und weicher wird nachher der Schaum. 

Es werden keinerlei gasbildende Chemikalien oder FCKW zugesetzt. 

Danach kommt der Schaum in eine Art Waffeleisen, also das für das Innenleben formgebende Element. In dieser Form wird der Schaum 'gebacken', d.h. vulkanisiert, damit der Schaum dauerhaft elastisch bleibt.

Nach diesem Arbeitsgang wird die Form wieder geöffnet, und der fertige Matratzenkern entnommen. In einer sich anschließenden Waschprozedur werden vorher zugesetzte Hilfsstoffe, wie z. B. Seife wieder entfernt.

Nach einem gründlichen und langem Trocknungsvorgang ist der Matratzenkern fertig, um mit einem Bezug versehen zu werden und die Reise in Ihr Schlafzimmer anzutreten.

 


Talalay-Latex

Neben dem Dunlop-Verfahren werden Latexmatratzen auch im Talalay-Verfahren hergestellt. Hierbei wird die Ausgangsmasse in der Vulkanisationsform erst durch ein Vakuum in Form gebracht. Dadurch wird das Latex besonders locker und luftig. Talalay-Latex ist unübertroffen in den Liegeeigenschaften, allerdings bedingt durch die komplizierte und energieintensive Herstellung relativ teuer. So wird die Vulkanisationsform erst auf -30°C abgekühlt, um anschliessend zur Vulkanisation wieder auf über 100°C aufgeheizt zu werden.

 

Und hier der ultimative Link, für alle, die mehr wissen wollen:

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Beispiele verschiedener Latex-Kerne mit sog. Kavernen.

 


Foto:Dunlopillo


Diese 'Einschnitte dienen der Zonierung der Matratze. So kann die Schulterpartie z.B. weicher gestaltet werden, als die Hüftpartie.

 















Foto: Dunlopillo


Je nach Konstruktion des Innenlebens erhält die Matratze unterschiedliche Liegeeigenschaften.


















 

 

 

 

 

 

 

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26.11.2013